Riederinger gründen Bürgerinitiative gegen Bahnplanungen

Auch in Riedering formiert sich der Widerstand gegen die Pläne der Bahn zum Ausbau des Brennernordzulaufs. Am 2. Februar soll die Bürgerinitative „Pro Riedering – Brenna tuat‘s“ ins Leben gerufen werden.

@ OVB

Riedering – Großer Andrang herrschte im großen Saal beim Alten Wirt in Riedering anlässlich der Bürgerinformation zur geplanten Brennertrasse Nord, bei der der Verein Brennerdialog den aktuellen Stand der Dinge sowie die Auswirkungen auf Gemeinde und Bürger vorstellte. Bürgerinitiative bedeute nicht Querulanz, sondern „basisdemokratisch beteiligt werden“, wie die Verantwortlichen erklärten.

Der Vorsitzende des Vereins Brennerdialog, Thomas Riedrich, erklärte zuerst die lange Verbindung Scan-Med von Skandinavien bis ans Mittelmeer, die über den Brenner führt. 180 Züge fahren derzeit täglich durch das Inntal, von 2025 an rechnen Verkehrsexperten mit mehr als 300 Zügen am Tag. Die Maximalauslastung liegt aber bei weit über 400 Zügen.

„Massive Eingriffe in Natur und Landschaft.“ Thomas Riedrich

„Die Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene ist begrüßenswert, ebenso der Ausbau des Brennerbasistunnels und dessen Zulaufstrecken“, so Riedrich. Aber die vorliegenden Korridore, die im Rahmen der Projektplanung von Deutscher Bahn (DB) und der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB) den Bürgermeistern im Rosenheimer Landkreis kürzlich vorgelegt worden seien, stellten massive Eingriffe in Natur und Landschaft dar.

Als Beispiel zeigte er dazu Aufnahmen von der Großbaustelle für Stuttgart 21 an der Schwäbischen Alb: „Und dabei ist die Schwäbische Alb noch dünn besiedelt.“ Die vorgestellten Bedarfszahlen entbehrten jeder Grundlage, baue die Bahn doch zahlreiche Bahnhöfe zurück und habe 2015 1,3 Milliarden Euro Verlust bedingt durch die Krise im Güterverkehr gemacht. Die bisherigen Planungen seien nur unter Beteiligung eines kleinen Teils der betroffenen Gemeinden erfolgt, was wiederum einem Schreiben des Verkehrsministeriums widerspreche, in dem von Bürgernähe, Transparenz und gegenseitigem Vertrauen gesprochen werde.

Riederich ging dann mit Luftaufnahmen auf den Verlauf der Trassen quer durch das Riederinger Gemeindegebiet ein. Der Verein Brennerdialog wolle die Meinungsbildung der Bürger im Landkreis Rosenheim bündeln, Bürgerinitiativen helfen dabei vor Ort. Weitere Maßnahmen seien die Postkarten mit Fragen zur Trassenplanung, die man Verkehrsminister Dobrindt in Berlin zukommen lassen wolle. Es würden auch Unterschriften gesammelt, die am 6. März beim Besuch des Verkehrsministers Dobrinth in Rosenheim übergeben werden sollen.

Bislang seien zu dem Spitzentreffen nur Bürgermeister geladen. Weder der von den Gemeinden beauftragte Rechtsanwalt Dr. Jürgen Busse noch Bürgerinitiativen seien erwünscht. Bürgermeister Josef Häusler begrüßte die Gründung einer Initiative: „Nur zusammen können wir erreichen, dass die Bahn vernünftig plant!

Sein Amtskollege Rainer Auer aus Stephanskirchen verwies auf einige Ungereimtheiten bei den Bedarfszahlen. Ein Zuhörer fragte nach den bisherigen Reaktionen der Rosenheimer CSU-Landtags- und Bundestagsabgeordneten. Riedrich erklärte, dass sich der Verein bisher nur an das Bundesverkehrsministerium gewandt habe.

Ein anderer Zuhörer warf ein, dass eine Reaktion im Wahljahr doch wünschenswert sei. Man könne doch in den Bürgerbüros der Abgeordneten telefonisch nachfragen, dann kämen schon Antworten. Brigitte Englhart aus Niedermoosen und Helmut Weiss aus Ried hatten federführend Unterschriftslisten vorbereitet: Gleich 93 Bürger fanden sich auch gleich zu einer Bürgerinitiative zusammen, die am 2. Februar offiziell gegründet werden soll. Bislang steht nur der Name: „Pro Riedering – Brenna tuat’s“.

https://www.ovb-online.de/rosenheim/rosenheim-land/brenna-tuats-beim-nordzulauf-7341504.html