400 Interessierte bei Infoveranstaltung „Brennerdialog Rosenheimer Land“ in Stephanskirchen

Rappelvoll war der Saal im Gasthof Antretter in Stephanskirchen. Über 400 Interessierte zählte der Vereinsvorsitzende „Brennerdialog Rosenheimer Land“, Thomas Riedrich, der zur Infoveranstaltung eingeladen hatte. Ganz rechts die beiden Bürgermeister Christian Praxl aus Rohrdorf und Rudolf Leitmannstetter aus Vogtareuth. garcia © OVB

Rappelvoll war der Saal im Gasthof Antretter in Stephanskirchen. Über 400 Interessierte zählte der Vereinsvorsitzende „Brennerdialog Rosenheimer Land“, Thomas Riedrich, der zur Infoveranstaltung eingeladen hatte. Ganz rechts die beiden Bürgermeister Christian Praxl aus Rohrdorf und Rudolf Leitmannstetter aus Vogtareuth. garcia © OVB

Auf großes Interesse stieß die Infoveranstaltung des neu gegründeten Vereins „Brennerdialog Rosenheimer Land“ im Gasthof Antretter. Über 400 Interessierte waren laut Vorsitzendem Thomas Riedrich gekommen. Mit dabei waren auch die Bürgermeister aus Stephanskirchen, Rohrdorf, Vogtareuth und Neubeuern.

Herr Riedrich, den Stephanskirchenern brennt die mögliche Trassenführung durch Ihre Gemeinde unter den Nägeln. Was waren die wichtigsten Forderungen beim Infoabend?

Über 400 Interessierte waren der Einladung zur Infoveranstaltung gefolgt. Viele fanden keinen Sitzplatz mehr und mussten stehen. Und viele unterschrieben die Beitrittserklärung zu unserem Verein. Das hat mich sehr gefreut. Der Bürgermeister aus Stephanskirchen sowie die der Nachbargemeinden signalisierten noch einmal ihre Unterstützung für uns. Wir wollen die Neubesetzung des Lenkungsausschusses und eine erneute, unabhängige Überprüfung des tatsächlichen Bedarfs dieser Strecke.

Wie ist das weitere Vorgehen? Wollen Sie mit der Bahn Kontakt aufnehmen?

Ziel des Vereins ist es, zusammen und konstruktiv eine Trassenlösung zu erarbeiten, die für alle betroffenen Gemeinden akzeptabel ist. Der Ausbau darf nur bedarfsgerecht erfolgen und unter größter Rücksichtnahme und größtem Schutz für Mensch und Natur. Unsere Kritik richtet sich gegen den Planungsverlauf. Dieser sollte laut Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt mittels einer Bürgerbeteiligung erfolgen. Davon haben wir bisher nichts bemerkt. Wir werden Möglichkeiten für eine aktive Bürgerbeteiligung erarbeiten. Unsere konkrete Forderung ist außerdem, den Zeitplan aufzuschieben und Planungsgespräche mit allen Beteiligten neu zu starten. Zudem müssen Planungen für weiterführende Projekte wie den Ostkorridor sofort eingestellt werden. Wichtig ist: die konkreten Auswirkungen für die einzelnen Gemeinden und die Bürger aufzeigen.

Inzwischen gibt es in etlichen Gemeinden Bürgerinitiativen gegen den Dialog und die geplanten Trassenvarianten. Wollen Sie sich mit diesen kurz- schließen?

Ja, ich halte eine enge Verzahnung untereinander für sehr wichtig. Wir unterstützen auch die weiteren Gründungen von Initiativen in anderen Gemeinden. Unser großer Wunsch ist es, mit dem Bundesverkehrsminister persönlich bei seinem Besuch im Inntal sprechen zu können.

Interview: Sigrid Knothe