Interview mitz dem neugewählten Vorsitzenden des Vereins „Bürgerforum Inntal“

Seit Donnerstag gibt es nun auch in Neubeuern eine Initiative, die sich mit aller Macht gegen die bisher bekannt gewordenen Vorhaben der Bahn stemmt.

Foto: © OVB

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Der neue Vorsitzende des Bürgerforums Inntal e.V. ist Martin Schmid, der auch Zweiter Bürgermeister in Neubeuern ist. Der 55-Jährige hat sich den Erhalt seiner Heimat Neubeuern auf die Fahnen geschrieben.

Herr Schmid, warum engagieren Sie sich?

Ich halte nicht nur die Art und Weise des Vorgehens der Bahn für unverschämt, denn wir Bürger werden einfach überfahren. Von Bürgerdialog bemerke ich nicht viel. Außerdem halte ich die bisher veröffentlichten Trassenvarianten auf dem Gemeindegebiet von Neubeuern für nicht durchführbar. Da sollen beispielsweise ohne viel Federlesens Trassen durch das Landschaftsschutzgebiet gezogen werden.

Immer öfter wird der Bedarf einer zweiten Trasse durchs Inntal bezweifelt. Aber der Ostkorridor?

Das sehe ich auch so. Je mehr ich mich mit dem Thema befasse und mich in die Materie einarbeite, umso fraglicher werden für mich die Planungen der Bahn. Natürlich sollen Güter von der Straße auf die Schiene. Doch die prognostizierten Wachstumszahlen der Bahn werden zumindest bisher gar nicht erreicht. Zudem werden Bahnhöfe geschlossen und die Zahl der Züge – diese werden allerdings immer länger – nimmt ab. Und auch der Ostkorridor ist weit. Hier geht es um partielle Überholspuren, nicht um Trassen.

Interview: Sigrid Knothe