Brennerdialog Rosenheimer Land

Als eine „massive Bedrohung“ empfindet der Verein „Brennerdialog Rosenheimer Land“ die Planungen der Bahn zum Brenner-Nordzulauf. Der Ausbau der Zulaufstrecken im Inntal müsse „bedarfsgerecht“ sowie „objektiv nachvollziehbar“ und „transparent für alle“ erfolgen, sagt der Vorsitzende Thomas Riedrich.

Stephanskirchen – „Denn unsere Enkel werden es ausbaden müssen“, fürchtet Ried rich. Durch den Ausbau der Trasse durchs Inntal mit einem dritten und vierten Gleis, wie es die Bahn möchte, werde „wertvoller Lebensraum und lebenswerte Heimat“ kaputt gemacht, zeigt er sich im Gespräch mit der Heimatzeitung überzeugt. Grundsätzlich, so Riedrich, sei gerade für die Region das Thema Infrastruktur natürlich enorm wichtig, wenn nicht sogar wegentscheidend für die Zukunft. Und genau deshalb fordert er Fingerspitzengefühl ein. Das machte er auch in einem Brief an die Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig deutlich. „Wichtige Weichen werden mit dem Ausbau gestellt, für unsere und die Zukunft der folgenden Generationen.“ Denn diese müssen mit den Folgen dieser Entscheidungen leben. „Unser Landkreis wird nachhaltig und unumkehrbar verändert“, so der Vorsitzende von Brennerdialog Rosenheimer Land, dem nach eigenen Angaben immerhin rund 2000 Mitglieder angehören. Er fordert deshalb Ludwig auf, die „Notwendigkeit eines dritten und vierten Gleises als Zulaufstrecke ordentlich und ehrlich zu prüfen“. Nicht Industrie- und Lobbyverbände dürften Vorfahrt bekommen. Im Gespräch mit der Heimatzeitung macht Riedrich deutlich, dass er hier „auf den gesunden Menschenverstand setzt, der vor Lobbyinteressen gehen muss“.

Echter Bürgerdialog gefordert

Wörtlich heißt es in dem Brief an die Bundestagsabgeordnete: „Wir setzen all unsere Hoffnung auf Sie und bieten weiterhin an, als Vertreter von über 2000 Vereinsmitgliedern und einer weitaus größeren Interessensgemeinschaft an einem ernst gemeinten Bürgerbeteiligungsverfahren konstruktiv mitzuarbeiten.“ Denn genau dies wurmt den Vorsitzenden: In seinen Augen sind die Dialogforen keine echte Bürgerbeteiligung, sondern nur „informativer Austausch“ mit „empfehlendem Charakter“. Seine Sorge: Die Bürgerbeteiligung habe nur Alibifunktion, damit später, falls es vor Gericht geht, die Bahn alle notwendigen Kriterien erfüllt hat. Das wäre allerdings „schade um die Zeit“. ske

Quelle: Oberbayerisches Volksblatt, OVB online