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Stephanskirchens Gemeinderat unterstützt Forderungen der Bürgerinitiative

Deutliches Zeichen gegen die Korridorplanungen: Einstimmig hat der Stephanskirchner Gemeinderat jetzt der Bürgerinitiative „Brennerdialog Rosenheimer Land“ seine Unterstützung zugesagt. Bürgermeister Rainer Auer indes erwartet von Verkehrsminister Alexander Dobrindt, der am 6. März Stellung nehmen wird, „klare Aussagen“.

Stephanskirchen – Selten war die Einigkeit im Stephanskirchner Gemeinderat in den vergangenen Monaten so groß: Einstimmig hat das Gremium auf seiner jüngsten Sitzung beschlossen, die Ziele der Bürgerinitiative „Brennerdialog Rosenheimer Land“, die die Interessen der derzeit aus dem Boden schießenden Initiativen gegen die Planungen zum Brennernordzulauf bündeln will, zu unterstützen. Aus nahezu allen Fraktionen waren zudem noch im Laufe des Abends Mitglieder der Vereinigung beigetreten.

Die Forderungen des Vereins beinhalten unter anderem den Aufschub des Zeitplans und einen Neubeginn der Planungsgespräche mit allen Beteiligten, einen maximalen Schutz für Mensch und Natur sowie eine unabhängige Überprüfung des tatsächlichen Bedarfs für zwei weitere Gleise Richtung Brenner.

Der Bedarf ist auch das Thema, das Stephanskirchens Bürgermeister Rainer Auer am heftigsten unter den Nägeln brennt. Denn dem Rathauschef sind nach eigenen Angaben bislang keine verlässlichen Zahlen zum zukünftigen Zugverkehraufkommen vorgelegt worden. Er verweist hingegen auf Zahlen, mit denen die Bahnkollegen auf österreichischer Seite arbeiten. Die seien deutlich geringer. „Während seitens der Deutschen Bahn von 400 Zügen die Rede ist, rechnen die Österreicher mit einem Anstieg von derzeit 180 auf rund 250 Verbindungen in den kommenden Jahren“, sagt Auer, und wundert sich über die „wundersame Zugvermehrung, die niemand erklären kann.“

Klare Antworten zu Zahlen und dem weiteren Vorgehen erhofft sich der Bürgermeister nun von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, der am Montag, 6. März, zu Gesprächen ins Landratsamt nach Rosenheim kommt. „Wir werden von ihm allerdings keine Wahlkampfrede dulden, sondern wollen klare Aussagen haben“, nimmt Rainer Auer den CSU-Minister in die Pflicht.

„Das ist völlig unmoralisch und unsozial.“ Bürgermeister Rainer Auer
Er selbst – und viele seiner Ratskollegen aus Stephanskirchen – hoffen darauf, dass letztlich eine Optimierung der Bestandsstrecke ins Auge gefasst wird, die nach Einschätzung von Auer sogar den Anwohnern aufgrund höherer Lärmschutzanforderungen an der bestehenden Strecke Entlastung bringen würde. Dass sich einige Bürgermeister in den bereits von Bahngleisen durchschnittenen Gemeinden gegen diese Option wehren, hält Auer für nicht akzeptabel: „Das ist völlig unmoralisch und unsozial.“

Quelle: https://www.ovb-online.de/rosenheim/rosenheim-land/werden-keine-wahlkampfrede-dulden-7365050.html