Schechens Bürgermeister Hans Holzmeier. khe © OVB

BÜRGERMEISTER HANS HOLZMEIER NIMMT ZU NEUESTEN ENTWICKLUNGEN BEIM BRENNERNORDZULAUF STELLUNG

Schechen – „Nein, wir haben uns nicht wieder alle lieb!“ Dieser Meinung ist jedenfalls Schechens Bürgermeister Hans Holzmeier nach der Pressekonferenz zum Brennerbasiszulauf im Rosenheimer Landratsamt (wir berichteten).

Es seien nicht alle Rathauschefs damit einverstanden, dass das Dialogverfahren wieder aufgenommen werden soll. In Schechen will man vielmehr zuerst verlässliche Zahlen vorgelegt bekommen, bevor man weiter plant. „Wir werden nicht klein beigeben“, so Holzmeier. Im Gespräch mit der OVB-Heimatzeitung erklärt er seine Vorstellungen für das weitere Vorgehen.

Wie sehen Sie die aktuellen Entwicklungen hinsichtlich des Dialogverfahrens im Landkreis?

Zuerst möchte ich feststellen, dass hinsichtlich des Dialogverfahrens und den weiteren Planungen nicht wie berichtet, Einigkeit zwischen den betroffenen Gemeinden herrscht. Ob das momentan ausgesetzte Dialogverfahren weitergeführt werden soll, hängt ganz entscheidend von den Aussagen des Bundesverkehrsministers am 6. März ab. Sollte danach das Dialogverfahren fortgesetzt werden, kann dies nur, wie von Daniela Ludwig vorgeschlagen, unter Einsetzung eines Mediators erfolgen.

Was sind Ihre Forderungen für das weitere Vorgehen?

Gemeinsam mit meinen Kollegen der „Ostgemeinden“ fordere ich vorher eine objektive und nachvollziehbare Bedarfsklärung. Es muss, am besten von einem unabhängigen und neutralen Gutachter, ermittelt werden, mit wie viel Zugverkehr nach Fertigstellung des Brennerbasistunnels tatsächlich zu rechnen ist. Die Bereitschaft aller Beteiligten, diese entscheidende Frage vor weiteren Planungsschritten sachlich und transparent zu klären, sollte selbstverständlich sein. Das Bundesverkehrsministerium als Auftraggeber blieb die Beantwortung dieser wichtigen Frage allerdings bislang schuldig. Außerdem dürfen eine Elektrifizierung und ein zweigleisiger Ausbau der Bahnstrecke Rosenheim-Wasserburg-Mühldorf nicht erfolgen. Sie ist deshalb aus dem Bundesverkehrswegeplan zu streichen.

Welche Art von Zulaufstrecke würde man sich für die Gemeinde Schechen wünschen?

Sollte ein Neubau erforderlich sein, muss sich die Trasse an den Vorgaben des Bundesverkehrswegeplanes und an der Bestandsstrecke orientieren.

Was sind ganz konkret die nächsten Schritte?

Derzeit verfasst ein Arbeitskreis, dem ich auch angehöre, eine Resolution mit ganz konkreten Forderungen zu den Planungen des Brennernordzulaufes, die dem Verkehrsminister zu den bereits übersandten zahlreichen Fragen am 6. März übergeben werden soll. Falls dieses Gespräch mit dem Bundesverkehrsminister ein für unsere Gemeinde nicht akzeptables Ergebnis bringt, rechne ich fest damit, dass sich auch bei uns eine Bürgerinitiative gegen die Planungen der DB formieren wird.

Interview: Katharina Heinz

Quelle: https://www.ovb-online.de/rosenheim/rosenheim-land/wir-werden-nicht-klein-beigeben-7399480.html