Zum wiederholten Mal: falsche Berichterstattung im OVB?

ich bin einigermaßen überrascht über die Darstellung meiner Aussagen im OVB auf der Podiumsdiskussion beim ADAC-Jahrestreff. Der Kommentar des Münchner Merkur als Beispiel, dass es auch noch Redaktionen gibt, die unabhängig und um eine neutrale Berichterstattung bemüht sind.

OVB Heimatzeitungen
Redaktion Oberbayerisches Volksblatt
Mathias Weinzierl
Hafnerstraße 5-13
83022 Rosenheim

 

Sehr geehrter Herr Weinzierl,

ich bin einigermaßen überrascht über Ihre Darstellung meiner Aussagen auf der Podiumsdiskussion beim ADAC-Jahrestreff.

Daher möchte ich Sie fragen, ob Sie Ihre Berichterstattung tatsächlich so verfasst haben, oder, ob diese womöglich noch abgeändert oder gekürzt wurde und wenn ja, von wem?

Wir beide saßen während des Abendessens nebeneinander am Tisch und haben uns ausführlich zum Thema unterhalten. Mehrfach fragen Sie „aus persönlichem Interesse“ nach Details und Hintergründen und ich hatte tatsächlich den Eindruck, Sie seien um eine sachliche Sicht bemüht. Insofern enttäuscht mich Ihre selektive Wiedergabe meiner Äußerungen schon sehr. Für die Leser des OVB muss dadurch der Eindruck entstehen, einzige Motivation unseres Widerstands sei das Floriansprinzip.

Hier einige konkrete Beispiele:

  1. Sie stellen Frau Ludwig’s Äußerung, über „. ..Bürger aus Gemeinden, wie Stephanskirchen, die noch unbelastet sind.“  direkt vor die Bemerkung „Ginge es nach Riedrich,…“. Hierdurch erzeugen Sie den Eindruck, dass dieses Zitat von mir stamme. Abgesehen davon stimmt diese Aussage von unbelasteten Stephanskirchener Bürgern überhaupt nicht. Auch in unserer Gemeinde verläuft eine Bahnstrecke, auf welcher sogar noch mehr Züge verkehren, als auf der Strecke im Inntal und das zum größten Teil gänzlich ohne Lärmschutz, aber das nur nebenbei.
  2. Dass sich die Politik mit den Sorgen der Bürger überhaupt nicht auseinandersetzen muss, ist Ihre Vermutung und entspringt rein Ihrer Phantasie. Ich habe derartiges nie behauptet. Im Gegenteil, ich äußerte nach dem Wortgefecht von Frau Ludwig und Herrn Mattle zur Blockabfertigung sogar konkret den Wunsch, unsere politischen Vertreter mögen doch lieber konstruktiv an einer Lösung der Verkehrsprobleme im Inntal arbeiten, anstatt sich gegenseitig Vorwürfe zu machen und Beschuldigungen an den Kopf zu werfen.
  3. Im Folgenden zitieren Sie meine Aussage, dass ich mich „aus persönlicher Betroffenheit“ engagiere, aus dem Zusammenhang heraus, ohne den Rest meiner Aussage. Ich sagte ganz deutlich, dass die Gründung der Bürgerinitiativen zu Beginn sicherlich aus dieser persönlichen Betroffenheit erfolgte, aber sehr schnell klar wurde, dass nur ein gemeinsames Engagement aller Bürgerinitiativen für unseren gesamten Landkreis erfolgversprechend sei. Wir verfolgen gerade dadurch eben kein persönliches Interesse mehr für die jeweiligen Heimatgemeinden.
  4. Auch meine Aussagen zum Verteilungsproblem zitieren Sie unvollständig. Ich sagte ganz klar, dass für den Weg über die Alpen nach Italien zahlreiche Alpenübergänge existieren und diese in Summe gerade einmal zu 30% ausgelastet seien, während die Brennerautobahn durch den Umwegeverkehr wegen der billigen Maut- und Dieselpreise überlastet sei. Ich sagte weiter, dass daher auch eine gerechtere Verteilung dieser Verkehre auf alle Alpenübergänge und zwar unter dem Gesichtspunkt des Klimaschutzes, die kürzesten Alpenübergänge, erwogen werden muss. Sie stellen meine Aussage jedoch ohne diese Begründungen, so hin, als ob es mir einzig darum ginge, diese Verkehre nicht bei uns im Inntal haben zu wollen.

Der zweite Vorsitzende unserer Bürgerinitiative, Herr Josef Reisinger, war bei der Podiumsdiskussion persönlich anwesend und wird Ihnen gerne bestätigen, dass diese genannten Punkte so den Tatsachen entsprechen und meine Einwände daher berechtigt sind.

Die Summe Ihrer in meinen Augen Falschaussagen und die einseitige Verzerrung meiner Äußerungen in eine Richtung lassen für mich nur den Schluß zu, dass dies absichtlich und vorsätzlich geschah, um einerseits mich persönlich, aber auch das Engagement der übrigen Bürgerinitiativen offensichtlich in die Floriansjünger-Ecke zu stellen. Ich verwehre mich gegen diese Art von Berichterstattung und widerspreche Ihrer Darstellung entschieden!

Da wiederholt im OVB Tatsachen aus unserer Sicht falsch und einseitig verzerrt dargestellt werden, nähren Sie dadurch erheblich den Verdacht, dass die Redaktion des OVB einer Zensur unterliegt oder zumindest erheblicher, politischer Einflussnahme unterliegt.

Ich darf an Ihre journalistische Verantwortung appellieren und hoffe inständig, dass ich mich täusche! Die Erkenntnis, dass Schreihälse im Osten unserer Republik tatsächlich Recht haben könnten, empfände ich mindestens so schockierend, wie die grotesken Planungen der Bahn, oder die jüngst bekannt gewordenen Gütertransporthaluzinationen unseres Bundesverkehrsminister.

Ich erwarte kurzfristig Ihre Stellungnahme und eine Richtigstellung unter Veröffentlichung meiner oben genannten Einwände – vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen
für den Vorstand

Thomas Riedrich

Brennerdialog Rosenheimer Land e.V.