Pressemitteilung „Brennerdialog im Rosenheimer Land“

Jan. 28, 2026

„Flagge zeigen“ – für die Alternativvariante zum Brenner-Nordzulauf

Unter dem Dach des Brennerdialog Rosenheimer Land e.V. starten die Bürgerinitiativen für eine vernünftige Lösung zum Brenner-Nordzulauf am 15. Januar 2026 die Aktion „Flagge zeigen“. Damit verleihen sie ihren Forderungen nach einem sofortigen Ausbau der Bestandsstrecke und der Verlagerung der Güter auf die Schiene Nachdruck.

Damit die Menschen ihren Unmut optisch und dauerhaft äußern können, wurden Balkonbanner mit Motiven zu den wichtigsten Themenbereichen entworfen. An Balkonen, Gartenzäunen, Garagentoren, Holzschuppen oder ähnlichem können die Menschen diese Banner aufhängen. Die Balkonbanner werden ab dem heutigen Tag kostenlos an die Mitglieder und Unterstützer der Bürgerinitiativen abgegeben.

Die örtlichen BI’s in Ostermünchen, Tattenhausen, Großkarolinenfeld, Schechen, Pfaffenhofen/Inn, Stephanskirchen, Riedering, Rohrdorf, Neubeuern, Brannenburg, Nußdorf/Inn, Flintsbach und Oberaudorf übernehmen die Verteilung.

Die Botschaft ist: Stoppt die unsinnigen Pläne der Bahn und der Politik.
Vertraut auf die Alternativvariante der Bürgerinitiativen, denn sie zeigt ein Konzept für eine schnellere, billigere und nachhaltigere Bahnverkehrslösung auf. Die Vorplanungen der Deutschen Bahn bevorzugen eine extrem teure Neubautrasse mit gravierenden Auswirkungen auf die Regionen im Landkreis Rosenheim und darüber hinaus (Ebersberg und München). Die Menschen und Kommunen entlang der geplanten Neubautrasse hängen in der Luft, Investitionen geraten ins Stocken, Zukunftspläne für Familien und Eigenheimbesitzer werden zu einem ungewissen Glücksspiel.

Vor rund 700 Tagen haben die Kommunen, Verbände und der Kreistag im Landkreis Rosenheim 119 Kernforderungen der Deutschen Bahn überreicht. Bis heute gibt es keine öffentliche Stellungnahme zur Bewertung dieser Kernforderungen, weder von der Bahn noch vom Eisenbahnbundesamt EBA. Der Verdacht liegt nahe, dass vor der bayerischen Kommunalwahl keine Ergebnisse bekanntgegeben werden, damit ein heikles Thema in der Region nicht den Wahlkampf stört.

Das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Bahnplanungen und die politischen ist nachhaltig erschüttert. Weshalb ist der Planungsdialog zwischen der DB und den Dialogforen seit Sommer 2024 trotz anderweitiger Versprechungen völlig zum Erliegen gekommen? Weshalb weigert sich das Verkehrsministerium seine Berechnungsgrundlagen für die neueste Nutzen-Kosten-Rechnung NKV vorzulegen?

Bei der Betrachtung anderer Bahnprojekte, wie Stuttgart 21, 2.Stammstrecke München, aber auch dem Gotthard-Basistunnel oder dem Brenner-Basistunnel, kann man eine Kostenexplosion um das 2 bis 5-fache der geplanten Kosten beobachten. Auch andere öffentliche Bauprojekte vervielfachen regelmäßig die budgetierten Kosten.

Im Sommer 2025 hat der PStS Ulrich Lange im OVB-Interview einen Kostenrahmen zwischen 9 -15 Mrd. Euro nach heutiger Sicht für das Neubau-Projekt geschätzt. Der Beschluss für den Streckenausbau wurde im Jahr 2016 mit einem Kostenrahmen von 1,3 Mrd. Euro gefasst .

Damals lag der NKV bei 0,8; heute soll er trotz 10-facher Kostensteigerung bei 1,4 liegen. Diese wundersame Entwicklung ist dem Umstand zu verdanken, dass ein solches Projekt nur bei einem NKV größer als 1 genehmigt werden darf.

Januar 2026

Lothar Thaler
1. Vorsitzender Brennerdialog Rosenheimer Land e.V.